Konzept

FIRST/LOVE/LAST ist ein generationsübergreifendes Tanztheater-Projekt der Choreografen Rick Kam, Suheyla Ferwer und der Liedermacherin Amy Antin, mit Laiendarstellern im Alter von acht bis achtzig Jahren. Es erzählt - basierend auf Shakespeares Tragödie "Romeo und Julia" - von der unbändigen Kraft, die Liebende zueinander treibt. Aber auch von menschlichen Schwächen und Abgründen, die sich auftun, wenn man die Umstände in der berühmtesten aller Liebesgeschichten näher untersucht: Mehr als um "die eine Liebe" geht es um Stolz und Hass, Eifersucht und Macht, das unkritische Festhalten an Tradition und Brauchtum als Basis kollektiven Selbstverständnisses der Gruppe, und den Druck, der über diese Werte auf das Individuum ausgeübt wird.

Die Erfahrung der Choreografen Suheyla Ferwer und Rick Kam gewährleistet einen hohen künstlerischen Standard. Beide haben in der Vergangenheit mit Laien und im Rahmen soziokultureller Projekte gearbeitet.

Mitwirkende mit unterschiedliche Bühnen- und Lebenserfahrungen werden in FIRST/LOVE/LAST in einem künstlerischen Projekt vereint. Vermeintliche Unterschiede sollen wahrgenommen, Vorurteile entkräftet und verborgene Gemeinsamkeiten gefunden werden.

FIRST/LOVE/LAST untersucht Gefühle und Einstellungen, Überzeugungen und Verhaltensweisen, Visionen und Veränderungen, die Möglichkeiten des Infragestellens. Mithin versteht sich das Projekt auch als Beitrag für ein humanes Miteinander der Generationen in der Gegenwart und ganz besonders in der Zukunft.

Darsteller

Die Beteiligten - Laien im Alter von acht bis achtzig Jahren – greifen auf die vielfältigen darstellerischen Mittel des Tanztheaters zurück, um sich diesem komplexen Thema zu nähern. Die mehrere Generationen übergreifende Altersspanne der Teilnehmenden und die so eingebundene Vielfalt von Erfahrungswelten betont das Zeitlose der zugrundeliegenden dramatischen Gedanken und erreicht ein Publikum ohne Alterszielgruppe . Eigene Beiträge aus dem Erfahrungsumfeld der Akteure werden in die tänzerischen, musikalischen und schauspielerischen Sequenzen eingebunden und setzen dramaturgisch individuelle Klammern.

Die Lust der Akteure am Spiel, Freude an Darstellung, Musik und Tanz, gemeinsames Erleben von kreativen Prozessen während der Proben und künstlerische Selbstentfaltung stärken soziale Fähigkeiten und formen ein Ensemble, das mit seiner künstlichen Homogenität einem heterogenen Publikum gegenübergestellt wird.

Dies, und der freie Umgang mit einem gleichzeitig als Bühne und Bühnenbild dienenden öffentlichen Raum, was Schranken und Schwellen zwischen Darsteller und Zuschauer aufhebt, macht das Publikum zu einem Teil der Inszenierung und nimmt das Grundthema indirekt wieder auf: Wie integriert sich ein Individuum in einer scheinbar willkürlich definierten Gruppe, wie löst es sich aus dieser, wie geht ein Individuum mit seinen Bedürfnissen und Wünschen auf ein anderes zu? Der Zuschauer ist im Zentrum des Geschehens, erlebt die Vorstellung auf gleicher Ebene mit den Akteuren. Wirkt sich das Gesehene auf die Dynamik des Publikums als Gruppe aus, kommt es zu Interdependenzen, Korrespondenzen?